PaaS selbst hosten: Coolify, Dokku und CapRover
Coolify, Dokku und CapRover im Vergleich: wie die selbst gehosteten PaaS arbeiten, was sie brauchen, was Sie selbst pflegen und welches zu Ihrem Team passt.
PaaSVeröffentlicht
Ein selbst gehostetes PaaS ist Open-Source-Software, die einen gemieteten Server in Ihr eigenes kleines Heroku verwandelt: Sie pushen Code oder verbinden ein Repository, die Software baut Container, leitet Traffic weiter, holt TLS-Zertifikate und startet abgestürzte Apps neu. Etabliert sind drei Werkzeuge: Coolify mit der umfassendsten Weboberfläche, Dokku als schlankes Kommandozeilen-Werkzeug und CapRover mit Weboberfläche auf Docker Swarm. Alle drei sparen Plattformgebühren und lassen Sie den Standort frei wählen. Im Gegenzug betreiben Sie den Server selbst.
Wenn Sie noch zwischen gehostet und selbst betrieben schwanken, lesen Sie zuerst Was ist PaaS? und den Vergleich der Heroku-Alternativen.
Die drei Werkzeuge im Überblick
Stand: Oktober 2026, nach Dokumentation und Repositorys der Projekte. Funktionen ändern sich mit neuen Versionen, maßgeblich ist die jeweilige Projektdokumentation.
| Coolify | Dokku | CapRover | |
|---|---|---|---|
| Bedienung | Weboberfläche, dazu API | Kommandozeile per SSH | Weboberfläche und CLI |
| Build | Dockerfile, Docker Compose, Buildpack-artige Builds | Buildpacks, Dockerfile | Dockerfile, captain-definition-Datei |
| Technik darunter | Docker, Reverse Proxy | Docker, nginx | Docker Swarm, nginx |
| Mehrere Server | ja, per SSH verwaltet | vorwiegend ein Host | ja, als Swarm-Cluster |
| Fertige Dienste | großer Katalog | Plugins (Datenbanken, Zertifikate) | Katalog mit One-Click-Apps |
| Quellcode | github.com/coollabsio/coolify | github.com/dokku/dokku | github.com/caprover/caprover |
Coolify
Coolify ist das funktionsreichste der drei Projekte. Nach der Installation läuft alles über den Browser: Repository verbinden, Build-Art wählen, PostgreSQL oder Redis dazulegen, Umgebungsvariablen setzen, Domain eintragen. Zertifikate werden automatisch angefordert. Auch Docker-Compose-Stacks lassen sich deployen, und eine lange Liste fertiger Dienste, von Analytics-Tools bis zu Datenbanken, steht bereit.
Eine Coolify-Instanz kann weitere Server per SSH verwalten. Die Oberfläche läuft dann auf einer Maschine, die Apps auf anderen. Laut Projektdokumentation braucht der Coolify-Server mindestens zwei CPU-Kerne, 2 GB Arbeitsspeicher und 10 GB freien Speicherplatz, Ihre Anwendungen kommen obendrauf. Wie Installation und erstes Deployment ablaufen, zeigt unsere Anleitung Coolify auf einem VPS einrichten.
Passt zu: Teams, die eine grafische Oberfläche wollen, Agenturen mit vielen kleinen Kundenprojekten, allen, die Apps und Datenbanken an einem Ort sehen möchten.
Dokku
Dokku versteht sich als Docker-basiertes Mini-Heroku. Eine Weboberfläche gibt es nicht: Apps und Dienste legen Sie per Befehl auf dem Server an, deployt wird mit git push. Dank Buildpack-Unterstützung laufen viele Heroku-Apps fast unverändert, Plugins ergänzen PostgreSQL, Redis, Let’s-Encrypt-Zertifikate und mehr.
Weil Dokku weniger tut, ist es klein, berechenbar und gut automatisierbar. Ausgelegt ist es vor allem für einen einzelnen Host.
Passt zu: Entwicklern mit SSH-Routine, Umzügen bestehender Heroku-Apps, Setups, die per Skript oder Konfigurationsmanagement verwaltet werden.
CapRover
CapRover bietet Weboberfläche und CLI auf Basis von Docker Swarm. Apps kommen aus einem Dockerfile oder einer kleinen captain-definition-Datei, ein Katalog mit One-Click-Apps deckt gängige Datenbanken und Werkzeuge ab. Durch Swarm ist das Hinzufügen weiterer Knoten zu einem Cluster von Anfang an vorgesehen.
Passt zu: Teams, die eine Oberfläche und einen einfachen Weg zu mehreren Servern wollen, ohne gleich auf Kubernetes zu setzen.
Was Sie selbst übernehmen
Selbsthosten spart die Plattformgebühr, nicht die Arbeit. Einplanen sollten Sie:
- Betriebssystem-Updates und Sicherheitspatches auf jedem Server
- Updates der PaaS-Software, am besten nach Lektüre der Release Notes
- Backups außerhalb der Maschine für Datenbanken und Volumes, mit getesteter Wiederherstellung
- Überwachung und Alarme, mindestens für Plattenplatz, Arbeitsspeicher und ablaufende Zertifikate
- Zugriffsschutz: SSH-Schlüssel, Firewall und die Frage, wer sich an der Oberfläche anmelden darf
Wenn im Team niemand diese Aufgaben übernehmen möchte, ist eine gehostete Plattform die bessere Wahl.
Kosten und Standort
Der größte Posten ist der Server. Ein einzelner virtueller Server in einem Rechenzentrum in Deutschland, Finnland oder Frankreich kann mehrere kleine Apps tragen, und Anbieter wie Standort bestimmen Sie selbst. Passende Server vergleicht der VPS-Vergleich für Entwickler. Serverkosten gegen Plattformgebühren und eigene Arbeitszeit abwägen können Sie im PaaS-Kostenrechner.
Welches Werkzeug passt?
- Coolify, wenn Sie einer gehosteten Plattform möglichst nahekommen wollen, mit Oberfläche und vielen Diensten.
- Dokku, wenn Sie Git Push, Buildpacks und einen minimalen Fußabdruck bevorzugen.
- CapRover, wenn Sie eine Oberfläche und einen einfachen Weg zum Cluster mit mehreren Knoten suchen.
Alle drei arbeiten mit Containern. Ein späterer Wechsel untereinander, zu einer gehosteten Plattform oder zu Kubernetes bleibt deshalb realistisch. Mehr dazu unter Container-Deployment für kleine Teams.
Die Anbieter in diesem VergleichStand: Oktober 2026
Coolify
- Typ
- PaaS zum Selbsthosten
- Herkunft
- Open-Source-Projekt
Dokku
- Typ
- PaaS zum Selbsthosten
- Herkunft
- Open-Source-Projekt
CapRover
- Typ
- PaaS zum Selbsthosten
- Herkunft
- Open-Source-Projekt
Häufige Fragen
Ist ein selbst gehostetes PaaS günstiger als Render oder Railway?
Bei den Serverkosten meist ja, weil ein gemieteter Server viele kleine Apps tragen kann. Dafür investieren Sie eigene Zeit in Updates, Backups und Störungen. Bei einer einzigen kleinen App ist der Unterschied oft gering, bei zehn Apps kann er deutlich sein.
Welches selbst gehostete PaaS ist am einsteigerfreundlichsten?
Coolify, weil fast alles in der Weboberfläche passiert, einschließlich Datenbanken und Zertifikaten. Dokku setzt auf Befehle per SSH, CapRover hat eine Weboberfläche, baut aber auf Konzepten von Docker Swarm auf.
Kann ein selbst gehostetes PaaS mehrere Server verwalten?
Coolify bindet weitere Server per SSH an und verwaltet sie aus einer Oberfläche. CapRover bildet über Docker Swarm einen Cluster. Dokku ist in erster Linie für einen einzelnen Host gedacht. Für echte Hochverfügbarkeit brauchen Sie zusätzlich ein Konzept für die Datenbank.
Ist Selbsthosten DSGVO-freundlicher?
Es gibt Ihnen freie Wahl bei Anbieter und Standort, das hilft. Ob die Verarbeitung rechtskonform ist, hängt aber vom Hosting-Vertrag (AVV), Ihren technischen und organisatorischen Maßnahmen und dem Umgang mit personenbezogenen Daten ab. Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.
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